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"Ewa Kupiec, eine Interpretin mit auffallend herzlich-natürlicher Ausstrahlung, war für die Schumann-Hommage seitens der Bayer-Kulturabteilung wie geschaffen. (…) Kupiec' s Spiel steht für eine schnörkellose Klarheit, die an Klavierlegenden wie Monique Haas erinnerte, die ihrerseits eine feine Schumann-Interpretin war. Mit der "Träumerei" als Zugabe entführte Kupiec in eine selten erlebte Tiefe."
Jan Sting, Kölner Stadtanzeiger, 19 March 2007
"Janaceks kleine Klavierstücke, posthum veröffentlich unter dem Titel "Auf verwachsenen Pfaden" (Teil eins), sind kleine Fotografien des Herzens,koloriert mit Klangfarben von morbider Schönheit. Über sie verfügte Janacek wie kein zweiter, mit ihnen fotografierte er gewissermaßen die Erinnerungen an seine früh erstorbene Tochter Olga. So zart sind diese Klangfotografien, dass man beinahe meint, sie müssten zu staub zerfallen, sobald man Hand an sie legt.
Ewa Kupiec berührte diese Preziosen mit so wunderschönen Pianissimi und einer so fein gestalteten rhythmischen Dramaturgie, dass man ihrer Betrachtung atemlos folgte. Die berühmte Stecknadel - man hätte sie im Beethovensaal fallen hören können. Mit ebenso sensitiven Spiel folgte Ewa Kupiec dem hoch emphatischen Charakter der Sonate "1.X.1905", einem Frühwerk Janaceks.
"Vorahnung" und "Tod" sind die beiden Sätze überscrieben. Die Musik ist die Reaktion Janaceks auf politische Unruhen, bei denen ein Arbeiter getötet wurde. Dieses düstere Szenario fasste Janacek in Töne, die schon viel von ihm als dem Opernkomponisten ahnen lassen, der den Rhythmus der tschechischen Sprache abbildete. Ewa Kupiec folgte der Sprachmelodie Janaceks in der Sonate abermals mit einer ingeniösen Tempodramaturgie und fein gewichtetem Anschlag."
Stuttgarter Zeitung, 9 February 2007
"Musik als Mittel der Selbsterforschung, der autobiografischen Zustandsschilderung -nur so sind Leoš Janáceks Klavierzyklus "Auf verwachsenem Pfad", Teil 1 (1908), sowie der düster-vieldeutige Sonatentorso "1.X.1905" zu verstehen. Aus motivisch lapidarem, von Pausen durchsetztem Smalltalk ("Verwehtes Blatt") erwuchs unter Frau Kupiecs Händen immer prägnanter musikalische Beredsamkeit, zwischen den dunklen Tonarten cis-Moll und des-Dur schwankend; ab der Nr. 6 bis hin zum abschließenden, kurzzeitig emotional aufbrausenden Stück, "Das Käuzchen ist nicht fortgeflogen!" scheint allmählich das Licht auszugehen. Verglichen mit dem "authentischen", klarg-linearen Klavierspiel des Janácek-Schülers Rudolf Firkušny wirkt Kupiecs Werksicht wie ein Naturereignis. Der Flügel wird bei ihr zum Medium seelischer Erschütterungen skrjabinesk-entfesselt, mit größtergestalterischer Unbedingtheit in den beiden "Vorahnung" und "Tod" überschriebenen Sonatensätzen.
Stuttgerter Nachrichten, 9 February 2007
"Stuttgart - Ein glücklicher Zufall für Janácek-Liebhaber: Während in der Stuttgarter Oper zur Zeit "Jenufa" aufgeführt wird, waren jetzt in der Liederhalle einige der selten gespielten Klavierwerke des tschechischen Komponisten zu hören. Ewa Kupiec begann ihrer Klavierabend in der Reihe "Meisterpianisten" mit dem ersten Teil des Klavierzyklus' "Auf verwachsenem Pfad". Das ist stille, einsame Musik, entstanden in einer Lebenskrise, in der Janácek den frühen Tod seiner Tochter Olga betrauert un den Misserfolg der Prager "Jenufa" Uraufführung verarbeiten musste. Mit 50 Jahren traümt sich der Komponist in der Erinnerung zurück in die Kindertage im mährischen Hukvaldy. Wie Ewa Kupiec diese Stimmungs-Miniaturen klanglich ausschöpft, ist von berühender Intensität. Sie vermeidet jede Sentimentalität, hält den herben, expressiven Grundton, mit dem die Musik sich der Realität stellt. Im Des-Dur-Andante "Es stock das Wort" bricht sich der Schmerz in retardierenden Akzenten Bahn, in den folgenden Stücken werden Angst und Verzweiflung in chromatischer Verdichtung spürbar. Ganz fern und doch ungeheuer plastisch lässt Kupiec den Schrei des Käuzchens erklingen: In der Doppeldeutigkeit dieses Todessymbols artikuliert sich auch Resigation un Ergebung. Ähnlich ausdrucksvoll, jedoch unglich dramatischer gestaltete die polnische Pianistin Janáceks Sonate mit dem Titel "1.X.1905": An diesem Datum wurde bei Demonstrationen für tschechische Autonomie in Brünn ein Arbeiter von der Polizei getötet. Der Komponist verarbeitete das Geschehen zu einen heroischen Epitaph in zwei Sätzen. Vertraute Melodie und scharfe rhythmische Struktur prallen in der "Vorahnung" aufeinander, im Adagio ("Tod") dominiert eine rau artikulierte Trauerelegie. Kupiecs Interpretation beeindruckte durch leidenschaftliche Prägnanz".
Esslinger Zeitung, 9 February 2007
"So begann die zweite Hälfte des Abends mit einer Klaviersonate. Und nicht mit irgendeiner Klaviersonate. Ewa Kupiec spielte Beethovens Op.27 Nr.2, die so genannte Mondscheinsonate. Aus dem üblichen Zusammenhang eines Klavierabends gerissen, zeigte sich erst das Ungeheuerliche dieses Stücks, speziell des ersten Satzes: So viel demonstrative, mit den scheinbar einfachsten Mitteln vorgeführte Wehmut und Isolation, anstatt des sonstigen heroischen Sonatenauftakts - so wie Kupiec das spielte, streng und klangbewusst, wirkte dieser Satz beinahe subversiv.
Ähnliches gelang. Kupiec auch bei Chopins zweite Klavierkonzert. Das Larghetto in seiner beinahe indiskreten Schönheit gestaltete sie nicht rührend und introvertiert, sondern als ein sehnsüchtig dynamisches Redestück, das erst gegen Ende ins Melancholische hinein verlöscht."
Stuttgarter Zeitung, 12 October 2006
"Zwei polnische Interpreten legen jetzt bei Hänssler Classic eine der bislang umfangreichsten Einspielungen von Bacewiczs Werken für Violine und Klavier vor. Ewa Kupiec hat bei Hänssler ihre Affinität zu Bacewicz bereits 2001 mit einer viel beachteten Einspielung einer Auswahl von Klavierwerken bewiesen. Mit Piotr Plawner (Jg. 1974) steht ihr nun ein vielversprechendes polnisches Violintalent zur Seite. Zusammen erforschen sie weitgehend unbekanntes Terrain: die zweite bis fünfte Violinsonate und eine Sammlung kürzerer Stücke für Violine und Klavier (die "Caprice" dauert nur gut zwei Minuten). Der Hörer gewinnt hier nicht nur einen guten Eindruck, wie gekonnt Bacewicz für "ihr" Instrument, die Violine, komponierte. Die zwischen 1932 und 1955 entstandenen Werke spiegeln auch stilistische Wandlungen wider, die die Komponistin in mehreren Phasen durchlief. Eine Katalogbereicherung und eine Ergänzung des exzellenten Bacewicz-Portraits von Joanna Kurkowicz und Gloria Chien bei Chandos"
Norbert Hornig, Fono Forum, October 2006
" Die meisten Konkurrenten beschränken sich auf eine wirkungssichere Auswahl aus den zehn Stücken zu "Romeo und Julia". Ewa Kupieck spielte löblicherweise das ganze Werk: zwar nach Noten, gleichwohl mit überlegner Spielfreude und geschärften Kontrasten, stellenweise schimmerte die orchestrale Balletfassung hindurch. So gab es ein plastisch konturiertes Maskenspiel, das Porträt eines überhitzen Mercutio, aber nach dem feinsinnigen Lilientanz markierte der todtraurige Abschied der Liebenden einen Schluß, den das Publikum mit Sekundenlanger Stille weit angemessener honorierte, als wenn es in routinierten Jubel ausgebrochen wäre.
Subtile pianistische Differenzierungskünste hatte die Polin schon zu Beginn bei den "Métopes" Op.29 ihres Landsmannes Karól Szymanowski bewiesen."
Gerard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28 August 2006
"Ihr Ton hatte, wie später auch bei den Liszt-Sonetten, immer Biss und Kern. Als Chopin-Interpretin kennt und schätzt man Ewa Kupiec als die großte Atmende, die Organische - hier aber berührte mehr noch die Verbindlichkeit und der spürbare Wille, die Zuhörer zu führen."
Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau, 24 August 2006
"Liszts "Sonette" bildeten das Mittelstück, bei denen wohl as Thema des Konzertes "in Tönen gefasste Literatur" als Beispiele einer fantasievollen Aneignung am konsequentesten fasste. Kupiec suchte ein abgesichertes Espressivo, weniger vielleicht in den Farben als in den kantablen Formung der Melodien: keine mit virtuosem Hochdruck aufgepropfte Darstellung, sondern ein sensibler Zugriff, der den Empfindungen des jungen Liszt standhielt.
Prokofieffs zehn Stücke "Romeo und Julia" bildeten das Finale. Und auch hier glückte es Ewa Kupiec die Schroffheit, Schärfe der Klangsprache mit den emotionalen Bedrängnissen fast bruchlos zu verknüpfen. Ein höchst anregendes Konzert.
Frankfurter Neue Presse, 24 August 2006
Gegen jede Konvention
"Ohnehin kann sie mit einer beneidenswerten Genauigkeit aufwarten, die nie starr oder einengend wirkt. Im Gegenteil: aus dieser Eigenschaft scheint sie kreative Kraft zu schöpfen. Dabei nutzt sie ihre Souveränität als eine Art ruhiges Gewissen ob einer musikalisch hoch angelegten Basis, hinter die sie nie zurückfallen wird. Dieses Bewusstsein macht sie frei und auch mutig.
Schließlich konnte Ewa Kupiec in "Romeo und Julia" von Sergej Prokofjew gleichzeitig unbeirrbare Virtuosin und faszinierende Erzählerin sein."
Wiesbadener Kurier, 24 August 2006
Würdigung einer originellen Komponistin
"Ein Höhepunkt der Aufnahme ist zweifellos die fünfsätzige "Sonata da camera" (1945), deren klassisch anmutendes Ebenmaß aufgrund der verspielten Umsetzung aller technischer Schwierigkeiten zum Trotz eine wunderbare Eleganz ausstrahlt. Doch auch in harmonisch komplexeren Werken wie der Sonate Nr.5 (1951) überzeugen die Interpreten durch einen souveränen Umgang mit Klangfarben und musikalischen Stimmungen. Diesem Eindruck kommen auch die von Satz zu Satz andersausbalancierten Klangverhältnisse zwischen Violine un Klavier zugute, die von einer sehr durchdachten Interpretation zeugen und viel zur Spannung der Einspielung beitragen.
Obgleich das Differenzierungsvermögen beider Musiker hervorragend ist, gilt Ewa Kupiec ein besonderes Lob, denn sie gestaltet ihr Spiel auch in den kürzeren Kompositionen ungemein klangreich, obgleich dort das Klavier zugunsten der Violine in den Hintergrund tritt und eine vorwiegend begleitende Funktion übenimmt. Charakterstücke wie "Witraz" (1932) oder "Melodia" (1949) werden dadurch zu komplexen Klangfarbenstudien, während in den Werken wie den "Drei Tanzen" 1848-52) jeder Einzelsatz einer mit wenigen Pinselstrichen umrissenen Szene gleicht."
Stefan Drees, Klassik.com, 11 July 2006